Dienstag, 4. Juli 2017

Sommerkonzert 2017: VORHER - NACHHER


Was man nicht alles für ein Konzert tut ... es passiert ganz viel vorher, damit wir nachher davon ausgehen können, dass unser Publikum zufrieden nach Hause geht. Was das konkret für den 02. Juli 2017 hieß? Das hieß ...

... VORHER:

Noten kaufen – pünktlich kommen Stimme warmmachen einsingen – Töne finden – Rhythmen verstehen – auf Aussprachen einigen – stimminterne Einigungen erzielen – Phrasen verstehen – Interpretationen umsetzen – Lautstärken abgleichen – Bewegungen abstimmen – Soli verteilen Choreografien ausdenken – zu Hause üben Positionen einnehmen – sich an Bühnenpositionen erinnern – Ansagen ausdenken – Töne putzen – sich versingen sich ärgern einen Schluck Wasser trinken nochmal in den Noten nachlesen – geeignete Bühne finden - sich auf der Bühne orientieren – spontan ausfallende Sängerinnen und Sänger ersetzen – Reihenfolgen merken – Auf- und Abgang üben – Schnelldurchlauf durchstellen – Bühnenaufstellungen überarbeiten Einzeltitel wiederholen – ältere Titel in Erinnerung rufen – wiederholen – wiederholen – wiederholen ...



Sommerkonzert in der Friedenskirche Charlottenburg

NACHHER:
Applaus genießen – Verbeugen – glücklich die Bühne verlassen – Schweißtropfen wegwischen – beim Afterglow Kontakt zum Publikum haben – erste Rückmeldungen erhalten („Ich bin auf einem Klangteppich durch den Sommerabend geschwebt: danke, BerlinVokal“) – Umziehen – bei der Friedenskirche bedanken – gemeinsam in ein Restaurant einkehren – sich über erste Eindrücke austauschen – spontan 2-3 Titel im Lokal singen – Restaurantgästeapplaus genießen – erschöpft, aber zufrieden ins Bett fallen!


Montag, 3. April 2017

BerlinVokal in Klausur

Der Begriff „Klausur“ ist lateinischer Herkunft. Wer in Klausur geht, der zieht sich zur Konzentration auf eine Aufgabe zurück. Das kann eine meditative innere Einkehr sein, um der Seele Gutes zu tun. Die Klausur kann aber auch der Bewältigung einer gemeinsamen Aufgabe dienen. In unserer Klausur des Proben-Wochenendes fanden wir beides, unter anderem in dem neuen Stück „Save your soul“.
Welcher Ort könnte für ein Proben-Wochenende geeigneter sein als Kloster Lehnin? Die Gemeinde liegt „im Herzen der Mark Brandenburg“ – südwestlich von Berlin und nicht weit von Brandenburg entfernt.  Wahrzeichen ist das 1180 gegründete Kloster Lehnin, das älteste Zisterzienserkloster der Mark, das wir allerdings dieses Mal bei intensivem Probenkalender nicht besuchten, wir waren ja „in Klausur“.
Das Gästehaus am Klostersee ist ein uns vertrauter Ort. Bei den phantastischen Sonnenuntergängen des Proben-Wochenendes ist es zugleich ein verträumter Ort, an dem man auftanken und aufbauen kann. Das taten wir dann auch: Wir genossen ländliche Stille, gemeinsame Klänge, chorisches Atmen, kulinarische Freundlichkeit und innere Einkehr. Andere im Gästehaus anwesende Gruppen taten es uns gleich und suchten gleichfalls ihre Erfüllung: einige, wie wir, im Gesang; andere in kreativem und handwerklich beeindruckendem Nähen – mit einer Ausdauer, die uns allen Respekt abverlangte.
Lehnin war für uns ideal für einen Rückzug aus dem Alltag und die Konzentration auf die Probenarbeit. Wir konzentrierten uns auf innere Werte des Chorgesangs, die da heißen: Dominant-Sept-Akkord,  15-Achtel-Takt, Bühnenpräsenz, Resonanzräume und Twang (sprich: Twäng). Die mit dem Twang einhergehende Verengung des Kehlkopftrichters haben die meisten von uns dank des rappenden Warm-up am frühen Morgen unbeschadet überstanden.  – Das tat gut!
So gerüstet konnten wir uns auf die Erweiterung und Vertiefung unseres Repertoirs konzentrieren und darin gute Fortschritte machen. Wir haben aber auch im abendlichen Miteinander den inneren Halt gefestigt. So eine Klausur ist eben insgesamt eine gute Sache: „Save your soul!“

Montag, 20. Februar 2017

When Gretel met Al ...

Am 19. Februar 2017 machten sich über 600 Menschen auf, um sich Richtung Tiergarten zu bewegen. Sicherheitshalber steckten sie noch eine Scheibe Brot ein, falls es etwas länger dauert, schließlich gab es keine klaren Zeitvorgaben für das Bevorstehende. Und nach dem Wissen über Gretel und der Neugier auf Al ... war das mehr als angemessen. 

Irgendwann tauchte zwischen den Bäumen tatsächlich das Pfefferkuchenhaus auf ... gut, es war ein paar Mal generalsaniert worden und schien dabei auch ein Upgrade der Raumfläche erfahren zu haben. So präsentierte sich ebendieses Haus am Sonntag als prächtiger Kammermusiksaal und bot an diesem Sonntagnachmittag Raum für jede Menge Musikinteressierte.

Nach einem Vorstellungsgesang aller drei Chöre, die Ausschnitte aus ihrem musikalischen Programm stimmlich übereinander legten, verschwanden zwei Chöre wieder in den Katakomben des Kammermusiksaals, während Spirited sein Soloprogramm begann. Der Zuschauer erfuhr von den Gebrüdern Grimm nie erwähnte Details über Gretels Vita sowie das Kennenlernen von Al ...

Die erste halbe Stunde war schnell vorbei und BerlinVokal betrat die Bühne, um über Gretels weiteren Werdegang sowie deren weitere Eskapaden zu berichten. Außerdem wollten wir dann endlich auch das Original von Häns-Al und Gretel singen:

Mit sechs Titeln brachte BerlinVokal einen kurzen Querschnitt aus dem Repertoire im Rahmen der Sonntagskonzertreihe auf die philharmonische Bühne und zog sich dann vorübergehend zurück, um zimmmt das Parkett zu überlassen, die nun auch endlich Al (Jarreau) ‚zu Note kommen‘ ließen. Erst zum letzten Titel betraten wir erneut die Bühne, um das geschätzte Publikum zu entlassen, wie wir es begrüßt hatten: mit einem gemeinsamen Titel ,That ever I saw‘ und vielleicht auch noch mit ein paar Brotkrumen in der Tasche ...


Seit längerer Zeit haben wir damit wieder einmal - auf den Spuren von Hänsel und Gretel sowie als kleine Hommage an den in Februar dieses Jahres verstorbenen Al Jarreau – den Kammermusiksaal bespielt. So schön es allerdings war, das nächste Konzert findet voraussichtlich wieder auf einer etwas kleineren Bühne und mit mehr BerlinVokal statt, um auch wieder andere Konzertformate zu bedienen. Insofern lohnt es sich also, unseren Blog oder unsere Website von Zeit zu Zeit zu besuchen, schließlich wird dieser Beitrag auch noch durch Fotos ergänzt ...

Wer allerdings noch einen Kommentar für das Konzert hat, der kann diesen natürlich – wie immer – auch jetzt schon hier hinterlassen ... 

Zu guter Letzt: Wer unser Konzert zum Anlass nehmen möchte, noch einmal das Original-Märchen (natürlich außerhalb von unserem Blog und unserer Verantwortung) nachzulesen, der wird hier fündig. Wer weiß, vielleicht war der Kammermusiksaal ja doch nicht das ehemalige Hexenhäuschen ...!?

Sonntag, 18. Dezember 2016

Aus dem Chortagebuch


Glück und Freude verdoppeln sich, wenn man sie teilt! Das ist hinreichend bekannt und der Grund, weshalb ich anlässlich von Weihnachten 2016 einen Einklick in mein Tagebuch gewähre: 







Mittwoch, 23. November 2016

Neuzusang



Es gibt Neuigkeiten. Seit dem 1. November hat unser Mezzosopran wieder Verstärkung bekommen. Wie das passieren konnte? Nun, wir haben eine Kleinanzeige geschaltet, klickt euch das mal an:





Nachdem diese Kleinanzeige schon ein paar Jahre geschaltet war, aber nichts geschah, bewarben sich im Herbst 2016 endlich 184 Bewerberinnen, unter denen sie ausgewählt wurde, obwohl 128 andere ebenfalls die Bedingungen erfüllten.
BerlinVokal hatte die Qual der Wahl, entschied sich aber letztlich für Anika, weil sie einmal mehr auf dem Völkerschlachtdenkmal war als die anderen. 
In Zukunft wird sie mit auf der Bühne stehen. Schaut genau hin!

Damit ist sie der Neuzusang 11/2016 bei BerlinVokal, Herzlich willkommen!

Montag, 17. Oktober 2016

Aus dem Einsatzbericht der Kulturfeuerwehr Friedrichshain


Die deutsche Kulturfeuerwehr wurde am Sonntag, den 16. Oktober 2016 zu einem Einsatz in die Friedrichshainer Marchlewskistraße 6 in Berlin gerufen. Hier herrschte höchste Alarmbereitschaft wegen bekannt gewordener Lücken des Kulturprogramms im zweiten Stock des Hauses.

Aus der Notsituation heraus schickte die deutsche Feuerwehr unter der Schirmherrschaft des Bezirksamtes Friedrichshain von Berlin zwei Mannschaften in den Einsatz:
 
So rückte die eine aus Zehlendorf in der Stärke einer großen Mandel (16) an, ein weiteres Dutzend (12) wurde zur Unterstützung sogar aus Bremerhaven hinzugerufen.
Beide Mannschaften verschafften sich Zugang zum 2. Stock und räumten die Bühne so weit aus, dass ein ungehinderter Einsatz möglich wurde.
Etwa hundert Schaulustige fanden sich ebenfalls am Einsatzort ein, um den Arbeiten der Kulturfeuerwehr aufmerksam zu folgen. 


Die Einsatzleiter hatten sich auf ein zweiteiliges Vorgehen geeinigt, sodass nacheinander Plan A und Plan B zum Einsatz kamen:

Was sich konkret hinter den einzelnen Codes verbirgt, wird für die Öffentlichkeit zwar nicht bekannt gegeben, jedoch ließ man aus internen Kreisen verlauten, dass dies einzelne Schritte einer bewährten und erfolgreichen Vorgehensweise seien.




Die im Dienst befindlichen Mannschaften wurden aus
2 Einsatzleitern, die bis in den zweiten Stock reichten und dort ihre Einsatzbefehle gaben,
5 so Prandexperten,
6 Notensammel-Mezzis,
6 alt Gedienten und
5 männlichen Einsatzkräften organisiert sowie aus
6 Einsatzkräften, die am Boden Bassisarbeit lieferten.

Die damit insgesamt 30 Kulturfeuerwehrleute konnten unter Aufbringung von etwa 46 353 Noten ungehindert und gezielt vorgehen, sodass der Einsatz erfolgreich verlief, ohne dass jemand auf dem Schlauch stand.

Mit dem Einsatz ist beiden Mannschaften ein weiterer erfolgreicher Einsatz vorbeigegangen, in dem sie sich bewährt haben. So bleibt zu hoffen, dass ähnliche Einsätze gleichermaßen reibungslos verlaufen.

Da es noch einige Lücken für einen vollständigen Einsatzbericht gibt, werden Augen- und Ohrenzeugen gebeten, ihre Beobachtungen und Wahrnehmungen mitzuteilen! Hierfür gibt es unter den Fotos eine Kommentar-Möglichkeit ...




Das war's! 


Findest du ... SCHADE? - Dann kommt zu unserem Konzert am 16.12.2016!